Osteochondrose / Läuferknie

Dieses Thema im Forum "Sportmedizinische Fragen" wurde erstellt von c0nsp1r4cy, 21. September 2018.

  1. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Ahoi allerseits,

    nachdem ich mal wieder ein wenig Rückenschmerzen nach meinem letzten Coachtag bekam und dachte, ich hätte mir einen Nerv eingeklemmt, ging ich mal zum Orthopäden. Auch weil ich immer noch Probleme mit meinem Läuferknie (ITBS) habe.

    Dort wurde eine Osteochondrose festgestellt ("Osteochondrose der Wirbelsäule jedoch bezeichnet eine Vorgang der Degeneration von Bandscheibengewebe, Knochenanbau an den Wirbeln als Abstützreaktion (Spondylophyten) und Verminderung der Höhe des Bandscheibenfaches.").

    Helfen soll Rumpf- und Rückentraining. Da bin ich ja bei Freeletics im Grunde nicht falsch. Einzige Schwierigkeit ist, dass man aufgrund des Umfanges (man will den Coachtag ja beenden) und des eventuellen Zeitdrucks dazu tendiert, irgendwann unsauber auszuführen.

    Fl weitermachen oder auf ein anderes Sportprogramm umschwenken?

    Wegen meinem Läuferknie wurde mir Cortison injiziert. Das hilft natürlich "sofort". Allerdings muss ich das Thema Laufen nun recht umsichtig anpacken. Also viel Dehnen, Blackroll, langsam wieder beginnen.

    Hat jemand diesbezüglich Erfahrung mit Natural Running Schuhen?

    Vielen Dank vorab!
     
  2. firestormmd

    firestormmd Poseidon

    Ich würde auf Kernwerk umsteigen. Dort wird mehr wert auf den "Core", also Bauch und Rücken, gelegt. Oder diszipliniert, unabhängig vom Coach, solche Sachen wie Planks, Supermans, Hollows etc. machen.

    Grüße, Marc
     
  3. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Servus Marc,

    Danke für Deine Einschätzung. Habe gestern mal den Einstufungstest von KW durchgeführt und mir bei den Hampelmännern direkt wieder einen Nerv eingeklemmt oder gereizt. Momentan weiß ich gar nicht mehr, wie und wann ich überhaupt noch weitermachen kann.

    Laufen soll zumindest gut sein für die Osteochondrose, aber da hab ich das Problem mit dem ITBS.

    Puuh, ich beneide jeden, der einfach Sport machen kann. Ich bin 34 und nach und nach zeigt sich, dass ich ein absolutes Wrack bin.
     
  4. mfried

    mfried Metis

    Wrack? ;-)

    47, kaputtes Knie, linke Schulter im A., Morbus Scheuermann im Kreuz und Tennis-Ellenbogen rechts - was soll ich sagen?

    Mal ganz ehrlich - es gibt immer einen Weg! Wegen des Knies habe ich die ersten Jahre statt Jumps und Laufen nur Squats und Seilspringen gemacht. Mit dem Ellenbogen rannte ich von Hinz zu Kunz, habe wochenlang pausiert, nichts hat geholfen. Am Ende war es mir egal und ich habe wieder konsequent meine Klimmzüge gemacht. Mit der Zeit hat sich alles wieder eingependelt, bin jetzt zu 90 Prozent fit an der Stelle.

    Die Schulter ist ein Dauerbrenner, OH-Pushups gehen links gar nicht - normale etwas eingeschränkt. Lasse ich mich davon beeindrucken? Nein! Kalt sind Dips halt die Hölle, aufgewärmt - so ab Runde 2 - läuft alles. Ich werde also nie meine alten Zeiten in den Klassikern wie Ares oder Poseidon schaffen - so what? Wichtig ist es, dran zu bleiben!

    Ich bin zwar kein Arzt, wegen meines Knies wurde mir geraten, meine Haltung zu verbessern, also Training von Rücken und Core-Muskulatur. Gleichzeitig soweit es geht Aufbau der Beinmuskulatur um das Gelenk zu stützen und die Bänder zu stärken. Für den Rücken gilt ebenfalls, dass alles besser wird, wenn die Stützmuskulatur die Wirbel besser halten können - also auch hier Augemerk auf Rücken-, Bauch- und sekundäre Core-Muskulatur.

    Wie Marc schon geschrieben hat: Plank, Supermen, Hollow Hold, Hanging Leg Raises Hold - also anfangs mehr statische Übungen. Falls Du vom Gewicht her eher nach oben tendierst, würde natürlich auch etwas Abnehmen dem Rücken helfen ;-)

    Das alles wird Dich nicht in 4 Wochen schmerzfrei machen, eher in 4 Monaten - dafür profitierst Du langfristig davon. Einfach wird das nicht sein und wenn Du nicht durchhältst, bringt es genauso wenig, wie das Cortison, das mir mehrfach in den Ellenbogen injiziert wurde: eine Woche Hurra, dann kamen die ersten Schmerzspitzen durch und in der vierten Woche dann Katzenjammer.

    Lass Dich nicht unterkriegen, bleib dran, arbeite mit Köpfchen an der Sache, lass Dich aber auch nicht von jedem Zwicken auf die bequeme Couch zurückwerfen - das wird alles wieder! ;-)
     
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  5. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Boah, vielen Dank für diese Antwort!

    Ich dachte schon, ich sei gesundheitlich gezwungen den Sport an den Nagel zu hängen, aber es freut mich ungemein, dass es tatsächlich funktionieren kann, wenn man umsichtig an die Sache herangeht.

    Die Morbus Scheuermann-Geschichte ist ja, soweit ich es richtig bei der Recherche verstand, eine Form von Osteochondrose und gerade deswegen dachte ich, ich kann fast alles vergessen, weil ich mir eben in kürzester Zeit zwei Mal einen Nerv reizte und ich damit höchstens laufen kann.

    Dieser ganze Mist hat mich schon ordentlich demotiviert. Trotzdem will ich weitermachen und versuche jetzt mehr auf meinen Rücken zu achten (Haltung, Anheben) und vor allem Übungen sauber auszuführen und in meinen Alltag Rückenübungen zu integrieren.

    Gewichtstechnisch bin ich bei 1,93m mittlerweile bei 90 Kg - ich denke, dass ist in Ordnung.

    Wie oben geschrieben, habe ich gerade mit Kernwerk angefangen, aber glaube, dass ich zuerst mal ganz gezielt den Rücken trainieren sollte oder kann ich mit dem regulären Training weitermachen?
    Heute wären im Prinzip 18 Runden mit u.a. 5 Butterfly-Situps dran und die (Situps) sind ja nich so dolle für den Rücken.

    Macht es eher Sinn sich aus Planks, Supermans, Hollow Holds selbst ein WO zu basteln und das mit irgendetwas anderem zu kombinieren? Vielleicht habt ihr ja für meinen Fall sinnvolle Vorschläge.

    Beste Grüße!
     
  6. TomL

    TomL Hera

    habs auch in der Schulte und in den Knien.. 2011 die letzten OP in beiden Knien.. der Prof meinte damals.. aufhören mit dem Kraftsport.. nicht mehr laufen... mach jetzt seit Oktober 2017 Freeletics und lauf seit Januar auch wieder.. ab und zu kommt mal wieder was hoch..nur nicht unterkriegen lassen..

    wenn die schulter wieder spinnt.. mach ich keinen Coach.. such mir Übungen aus die ich machen kann..
    und ich schau nicht mehr auf die Zeit.. sondern auf die Technik..
     
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  7. mfried

    mfried Metis

    @Tom: Genau, aufpassen, wie sich die Sache anfühlt und darauf reagieren. Nicht mit dem Kopf durch die Wand, aber auch nicht gleich demotiviert aufgeben!

    Wenn ich das richtig sehe, ist Deine größte Sorge momentan der Rücken. Situps sind nach einhelliger Meinung aller Experten hier ( ;) ) nichts für's Kreuz. Daher auch unser Vorschlag, zunächst mit statischen Halteübungen zu arbeiten. Du wirst sehen, dass das ziemlich gut anschlägt und Du bald mit etwas Gefühl wieder in die regulären Sachen einsteigen kannst.

    Zur Kniegeschichte kann ich Dir auch nur aus eigener Erfahrung berichten - für mich optimal war in der richtig harten Zeit das Seilspringen. Wenn es korrekt gemacht wird, bleibt die Belastung auf das Knie problemlos, da keine Scherkräfte auftreten (Füße parallel und eng zusammen, kein unkontrolliertes Hochspringen, sondern eher ein Pendeln auf den Ballen). Außerdem wird dabei neben den Beinen auch der Schultergürtel mit den Armen trainiert und auch der Core muss arbeiten, um Dich gespannt und aufrecht zu halten.

    Meine Restdays sehen in der kälteren Jahreszeit so aus, dass ich mir im Arbeitszimmer einen Film einlege und dazu eine Stunde lang Seil springe - wirst sehen, das powert Dich richtig aus und Du fühlst Dich danach entsprechend gut :)

    Sicher wirst Du das eigentlich nicht hören wollen, jeder will doch losballern wie die Typen auf YT - hilft aber nichts, in der Ruhe liegt die Kraft und nur so geht's vorwärts!
     
  8. TomL

    TomL Hera

    ich bin wegen meinen Schulter beim Doc gewesen.. und mach da auch Krankengymnastik.. der Physio hatte mir sein OK gegeben was zu machen.. hatte einige Wochen pausiert.. und mit den Knien.. das geht.. mach halt da bestimmte Übungen nicht.. aber ansonsten alles gut..
     
  9. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Servus,

    Danke für Eure Worte!

    Werde ich auf jeden Fall versuchen!

    Zwischenzeitlich habe ich mich damit abgefunden, dass die Vorgehensweise Kopf/Wand nicht funktioniert. So sehr ich es auch probiert habe ;). Pascal aka NO_EXCUSE hat mich diesbezüglich ziemlich am Anfang vor ein paar Monaten bereits geimpft und angemerkt, viele fingen so an und gäben dann auf. Ich bin echt froh, dass ich es nicht mehr missen möchte, Sport zu treiben.

    Beste Grüße!
     
  10. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Ahoi allerseits,

    kurzes Update:
    Nachdem ich nun täglich etwas für mein Läuferknie (Dehnen, Clamshell, seitl Beinheber) und Rücken (Planks, Superman) mache, hat sich zumindest der Rücken schon gebessert. Ich merke immer noch, dass ständig irgendwo ein Nerv gereizt ist, aber die Schmerzen sind recht gering und ließen den ersten richtigen KW-Trainingstag zu.

    Laufen handle ich so, wie geplant. Von gut klappen kann nicht die Rede sein, aber das war zu erwarten. Zumindest gehen so ca. 3-4 Km ohne Schmerzen. Manchmal wechsel ich zwischendrin auch noch die Schuhe (von sehr gedämpft auf weniger gedämpfte Schuhe). Wenns schmerzt, halte ich an und dehne. I.d.R. kann ich dann wieder ein Stück ohne Schmerzen laufen und komme so bis nach Hause oder gehe eben kpl heim. Verfluchtes Iliotibialband. Das Üble an der Geschichte ist, dass sich das ITBS nur bemerkbar macht, während des Laufens. Beim Gehen etc... merkt man, wenns es nicht total entzündet ist, nichts.

    Es geht wieder voran *clap*
     
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  11. NO_EXCUSES

    NO_EXCUSES Ares

    Bleib dran. Fokussiert mit einer Vision... würde ich sagen.

    Warum möchtest du denn unbedingt laufen, kannst du es nicht erstmal "aufgeben" und deine Muskulatur deutlich stärken? Oder ggf. mal auf Radfahren umsteigen.
    Mache vor allem weiter deine Core Übungen, Mobility und langsam im Volumen. Du kannst ja ganze Coachtage machen und dafür mal anderes hinten "weg fallen lassen", aber dann machst du halt nur einen Coachtag pro Woche. Den Rest der Trainingstage Eigenprogramm.

    Du kannst dir auch gut kleine Götter WO raus suchen und die Übungen austauschen - Bspw. AGON 5 Plank switches oder Arm und leg lifts, statt PU, dazu HLR und Squaties... Kerberos sollte auch eines deiner Hauptworkouts bei FL werden.

    Du musst Schultern, Rücken und Beinmuskulatur stärken, dann werden die Schmerzen ganz sicher deutlich zurück gehen, aber das ist ein Prozess von Monaten bis Jahren! Übe dich in Geduld.

    BTW: Mache auch etwas für die seitl. Stützmuskulatur, side plank, crunches, twist, tiefe Spiderman PU etc.

    Viele Grüße,
    Pascal
     
  12. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Moin Pascal,

    bleibe dran und auch fokussiert ;).

    Ja, die Lauferei - ich laufe einfach unfassbar gern! Seit Monaten gehe ich auch nur sporadisch laufen und versuche dem ITBS Herr zu werden, aber mal sehen wie lange die Geschichte noch dauert. Hab diesbezüglich noch nicht den letzten Pfeil meines Köchers verschossen :).

    Habe mir bereits ein kleines WO zusammengezimmert, welches ich seit zwei Wochen täglich mache - auch an den richtigen Coachtagen. Geht ca. ne halbe Stunde und umfasst das Dehnen, dann die Stärkung der Hüftmuskulatur (wg. ITBS) und geht dann über zu Rückenübungen. Mein Rücken ist zumindest momentan schmerzfrei. Werde aber noch die seitl. Exercises einbauen. Der Umfang dieses Workouts sollte zeitlich einigermaßen im Rahmen bleiben.

    Mir fehlt für einige Sachen eine Klimmzugstange und bisher hatte ich auch noch keine passende Idee wo ich eine anbringen könnte ohne dass meine Frau den Aufstand probt. Vielleicht draußen an der Garage, wo ich eigentlich trainiere. Allerdings muss ich hierfür den Vermieter fragen, ob der da mitspielt.

    Ich werde berichten, wie es weitergeht ;)

    Gruß
     
  13. mfried

    mfried Metis

    Klimmzüge lassen sich (ohne Stern) auch unter einem Tisch machen: drunter legen und hochziehen, das wären dann die australian Pullups.
     
  14. Puh hab ich schon lange nichts mehr hier gepostet :angelic::angelic:
    Hatte auch mal ein Läuferknie. So richtig heavy konnte eigtl ein Jahr nichts mehr machen schmerzhafte und Langwierige Sache. Hab das bekommen weil mein restlicher Apperat nicht trainiert war sprich ich lief nur. In der Woche ca 40-55km. Bei mir hat in der Akuten Phase nur ruhe etwas gebracht. Danach hab ich mit richtigem Training angefangen. Irgendwann gingen auch Läufe wieder. Bzgl dem Barfußlaufen würd ich aufpassen. Würde eher Schuhe ohne Dämpfung kaufen mit dünner Sohle. Und mach am Anfang nur kurze Läufe du musst umstellen Sprichwort Mittelfuss bzw Zehenlauf. Wenn du das übertreibst läufst du in Gefahr vom Läuerknie direkt in eine Achillessehnen Reizung zu schlittern!!
    lg
     
  15. Ganerc

    Ganerc Frischling

    Ja das mit den Gelenken und Nerven und so weiter ist schon ne feine Sache. Wenn sie mal funktionieren. Auch bei mir Knie verkarxt beim Joggen an der Trave. Schön im Herbst auf die Blätter getreten und das Loch darunter nicht gesehen... seit dem immer mal wieder größere und kleinere Probleme. So wie gerade eben.
    Die Schulter links ist auch so ein Problem. Da muss ich aber unbedingt immer Sport machen, da es anatomisch etwas eng in meiner Schulter ist. Immer schön Bizeps und Trizeps trainieren. Leider habe ich das erst vor gut 2 Jahren erfahren. Und ja, die Zeiten vor dieser Erfahrung ... nun da war ein Oberkörpertraining ... irgendwie nicht drin.
    Wird jetzt aber.
    Also irgendwas geht immer und wenn es darauf hinausläuft das Warm up genauso lange wie das Workout zu machen, dann ist das halt so.
    Hauptsache es krachen lassen und damit meine ich nicht die Gelenke.

    Haut rein
     
  16. c0nsp1r4cy

    c0nsp1r4cy Frischling

    Moin moin,

    @mfried
    haha, Klimmzüge unter unserem Tisch ^^. Aber auch hier sind die Tischkanten angeschrägt :(

    @Dominik_1983
    Jap, die ITBS-Geschichte kann sich echt unfassbar lange ziehen. Aber Dein Pensum "
    " hört sich auch sehr verschleißlastig an. Hab mittlerweile so viel zu diesem Thema recherchiert und die Ursachen sind so mannigfaltig, dass sich ebenso die Behandlung gestaltet. Allerdings ist die Erfolgsaussicht einer Behandlung des Iliotibialband bei keiner Methode gesichert. Das beste Rezept scheint wirklich die Pause zu sein und wenn es auch anschließend nicht funktioniert eben die OP (die nachgewiesenermaßen sehr gut anschlägt). Glücklicherweise war/ist der Schmerz, nach Cortisoninjektion, nur noch beim Laufen selbst zu spüren. Werde ich jetzt aber aber einstellen und zumindest mal 4 Wochen ruhen lassen. Daneben werde ich das Band mit Voltaren behandeln und weiter die Hüftmuskulatur kräftigen. Dehnen/mobilisieren nur bedingt, weil man an diesem Band wohl so gut wie nichts damit ausrichten kann (zu stark). Blackroll, tja, bei dem umfangreichen Sammelsurium, welches ich hierzu bereits las, hieß es, "its worth a shot" - wie bei vielen anderen Behandlungen. Aber eher aus dem Aspekt heraus, schaden könne man damit nicht ;).

    Gruß
     

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